text

Ketten messen, Realitäten konstruieren
Formulare einfügen
eine Matrix der Illusion und Desillusion
eine seltsam anziehende Kraft
damit eine verführte Realität
sich spontan davon ernähren kann

Diese Worte wurden für mich von einem Artist-Statement-Generator online aneinander gefügt. Ein Generator dient der Umwandlung und dieser hat per Algorithmus neue Verbindungen und somit auch neue Bedeutungen meiner Worte geschaffen. Es ist schwer über etwas zu schreiben, das entsteht, weil mir die Sprache dazu vorerst fehlt. Den Anfang meiner künstlerischen Arbeit bildet vielmehr ein Impuls, eine Idee, die sich mir aufdrängt. Diese Idee kann von einem konkreten Ort, der mich anspricht oder von einem Konzept, das mich irritiert, ausgehen. Es ist stets eine Berührung und die daraus resultierende Neugierde, die mich zu einer explorativ künstlerischen Auseinandersetzung veranlasst. In der Arbeit So weit das Auge reicht war es beispielsweise der Anblick und die Zurschaustellung einer antiken Augenschale im Archäologischen Museum in Frankfurt, die mich zu der Beschäftigung mit dem Phänomen des Blickes aufforderten.

In meiner künstlerischen Arbeit ist der Prozess, das Nachspüren dieser Idee, ein Ziel an sich, nach dem sich das Ergebnis richtet. Meine Verfahrensweise ist zielorientiert, aber nicht auf ein Medium beschränkt und versammelt Texte, Zeichnungen, Fotografien oder auch digitale Vermessungswerkzeuge. Während all dieser Schritte, die Etappen einer Suche sind, ist die ausschlaggebende Idee, der Anspruch einen Erkenntnisgewinn zu erzielen und eine entsprechende Ausdrucksform – eine Sprache – zu generieren, richtungsweisend.