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so weit das auge reicht, Serie von neun Zeichnungen, räumliche Intervention, Neonröhren, achtstimmiger Chorgesang, 2018

photos: Stefan Ott

Die Arbeit ,so weit das auge reicht‘ basiert auf einer theoretischen und künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Blicks. Mit dem Blick ist ein Sehgeschehen gemeint, das einen Beziehungsmoment darstellt; er geht nicht von einem selbst, sondern von einem Anderen aus. In dem Sinne, dass „Ich erblickt werde und mich unter dieser Berührung nicht rühren kann“. Das Erblickt-Werden muss dabei nicht von einem menschlichen Gegenüber herstammen; auch Bildern und Objekten fällt die Fähigkeit zu, ihre Betrachter selbst zu betreffen. Orientiert an dem Entwurf ,Panopticon‘ von Jeremy Bentham, das die Macht des Erblickt-Werdens in eine regelrechte Blick-Maschine übersetzt, untersuchen die Zeichnungen das Auge in der Architektur. Unter der Voraussetzung, dass Architektur als eine Hülle des menschlichen Körpers zu verstehen ist, lassen die Modelle sich als Blicksituationen lesen; in ihren Strukturen, Perspektiven und Brüchen.

as far as the eye can see, series of nine drawings, spatial intervention, neon lights, eight-part choir, 2018

The work ‚as far as the eye can see‘ is based on a theoretical and artistic examination of the phenomenon of the gaze. The gaze refers to a visual event that represents a moment of relationship; it does not emanate from oneself but from another. „I‘m not just seen, I‘m touched“. This specific contact does not only result from a person, also pictures and objects have the ability to become their viewer‘s counterpart. Inspired by Jeremy Bentham’s ‚Panopticon‘, which translates the power of being looked at into a veritable gaze-machine, the drawings examine the eye in and on architecture. Assuming that architecture is to be understood as a shell of the human body, the models can be read as gaze situations; in their structures, perspectives and ruptures.